ERP-Systeme können als kritische Informationsinfrastruktur gelten: Auswirkungen auf das Geschäft

13.02.2026

In Russland wird die Initiative des Ministeriums für digitale Entwicklung zur Einstufung von ERP-Systemen (Unternehmensressourcenplanung) als kritische Informationsinfrastruktur diskutiert. Sollte die Initiative angenommen werden, wird die Pflicht zur Importsubstitution nicht nur staatliche Unternehmen, sondern auch private Unternehmen betreffen, die ausländische ERP-Lösungen wie SAP, Oracle und andere nutzen.

Geplante Änderungen

  • ERP-Systeme sollen als kritische Informationsinfrastruktur gelten, da sie sich direkt auf die Nachhaltigkeit von Unternehmen auswirken: Finanzen, Logistik, Produktion, Steuern und Lohnabrechnung
  • Die Nutzung ausländischer ERP-Lösungen für wichtige Geschäftsprozesse kann ab dem 1. Januar 2028 eingeschränkt oder verboten werden
  • Unternehmen müssen auf inländische ERP-Plattformen (z. B. 1C) oder Hybrid-Architekturen mit Risikominimierung umsteigen
  • Die Änderungen können große und mittlere Unternehmen betreffen, auch wenn diese nicht dem öffentlichen Sektor angehören. 

Auswirkungen auf Unternehmen

Für Unternehmen bedeutet dies nicht nur den Softwarewechsel, sondern auch eine Überarbeitung der IT-Architektur und der Buchhaltungsprozesse:

  • Unternehmen, die SAP/Oracle als primäres ERP-System nutzen, können mit dem notwendigen geplanten oder beschleunigten Übergang konfrontiert werden;
  • Die Rolle lokaler Rechnungslegungs- und Berichtssysteme, vor allem IC, wird zunehmen;
  • Die Kontinuität der Buchführung, die Datenintegrität und die Einhaltung der Anforderungen seitens der Wirtschaftsprüfer sollen sichergestellt werden;
  • Die Nachfrage nach Hybridlösungen wird steigen, bei denen ein ausländisches System vorübergehend für IFRS- oder Managementberichte genutzt wird, während die operative und regulatorische Buchhaltung auf inländische Plattformen übertragen wird.

Wichtiger Hinweis: Auch ohne den formalen Status der kritischen Informationsinfrastruktur werden die Risiken, die mit der Bereitstellung von Support, Updates und Zugang zum Anbieter verbunden sind, für den Beschluss über den Übergang bereits entscheidend.


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