Steuersätze in Russland

Steuersätze in Russland – Ein Überlick

Steuersätze in Russland sind ein wichtiges Thema für jedes in Russland tätige Unternehmen. Wir bieten Ihnen hier einen praktischen Überlick über die Steuersätze in Russland, sodass Sie stets gut informiert sind.

Steuer
Steuersätze in Russland
Gewinnsteuer 20 %
(Reduzierung bis auf 15,5% in besonderen Wirtschaftszonen und einigen Regionen)
Umsatzsteuer 0%, 10%, 18%
Quellensteuer auf Dividenden

Quellensteuer auf anderes passives Einkommen (Lizenzgebühren, Zinsen, etc.)

15% (bei Zahlung ins Ausland, je nach Doppelbesteuerungsabkommen Reduzierung bis auf 5% möglich)

20% (bei Zahlung ins Ausland, je nach Doppelbesteuerungsabkommen Reduzierung bis auf 0% möglich)

Vermögensteuer bis zu 2,2%
Einkommensteuer 13% Steuerinländer, 30% hochqualifizierte ausländische Spezialisten
13% auf Gehälter hochqualifizierter Spezialisten (HQS), unabhängig von ihrem Steuersitz
13% für Residente,15% für Nicht-Residente auf Dividende
35% auf bestimmte Einkommensarten
Sozialversicherungsbeiträge 30% – 15,1% (0% für sich vorübergehend im Land aufhaltende HQS)
22% Rentenversicherung
2,9% Sozialversicherung
1,8% Sozialversicherung für sich vorübergehend im Land aufhaltende Mitarbeiter außer HQS
5,1% Krankenversicherung (keine Beschränkungen vorgesehen)

Klicken Sie auf die einzelnen Steuern, um mehr über die Steuersätze in Russland zu erfahren.

Gewinnsteuer in Russland

Russische und ausländische Unternehmen, die ihre Tätigkeit über eine ständige Vertretung ausüben und / oder Einnahmen aus Quellen in der Russischen Föderation erzielen, unterliegen der Gewinnsteuer. Der Steuersatz beträgt 20%.

Handelsrechtliche Buchführung und Steuerbuchführung

Die Vorschriften für die Steuerbuchführung unterscheiden sich oftmals von den Regelungen der handelsrechtlichen Buchführung, so z.B.:

  • Mehrere seit 2011 vorgeschriebene handelsrechtliche Rückstellungen sind entweder steuerlich nicht gestattet oder es besteht ein Wahlrecht.
  • Zinsen eines Kredites zum Wareneinkauf sind in der handelsrechtlichen Buchführung als Anschaffungskosten zu berücksichtigen. In der Steuerbuchführung werden sie als Ausgaben der laufenden Periode angesetzt.
  • Für die meisten Kategorien von Anlagevermögen ist zum Zeitpunkt des Erwerbs eine einmalige Abschreibungsprämie von 10% (in einigen Fällen30%) zulässig. Wenn ein Steuerzahler diese Abschreibungsprämie nutzt, werden nur noch 90% des historischen Buchungswertes als Basis für die künftige Abschreibung angesetzt. Es ist zu beachten, dass die 10% (oder 30%) – Abschreibungsprämie von den Steuerbehörden zurückgenommen werden kann, falls das Anlagevermögen innerhalb von 5 Jahren an eine verbundene Person verkauft wird.

Einzelne Ausgabenarten mindern den steuerpflichtigen Gewinn nur bis zu gewissen Höchstsätzen, so z.B.:

  • Diverse Werbekosten sind nur begrenzt abzugsfähig – bis zu 1% der Erlöse.
  • Bewirtungskosten bis zu 4% der Lohnkosten.
  • Beiträge des Arbeitgebers zu freiwilligen Lebens- und Rentenversicherungen der Mitarbeiter bis zu 12% der gesamten Lohnkosten.
  • Beiträge des Arbeitgebers zu einer freiwilligen Krankenversicherung der Mitarbeiter bis zu 6% der gesamten Lohnkosten (wenn der Versicherungsvertrag mindestens für 1 Jahr abgeschlossen wird).
  • Die Abzugsfähigkeit der Darlehenszinssätze ist begrenzt, wenn das Darlehen vom verbundenen Unternehmen gewährt wurde.

Rechnungslegung und Steuerzahlungen

Vorauszahlungen auf die Gewinnsteuer sind bis zum 28. Tag des Monats nach dem Quartalsende zu leisten, ausgehend vom Gewinn im vorhergehenden Quartal.

Wenn allerdings der Umsatz in den vier vorangegangenen Quartalen im Durchschnitt über 15 Mio Rubel lag, ist die Vorauszahlung monatlich durchzuführen. Ein Unternehmen hat auch das Recht, die Gewinnsteuer monatlich auf Basis der tatsächlichen Gewinne und Verluste zu zahlen.

In diesem Fall ist die Gewinnsteuererklärung monatlich zu erstellen.

Gewinnsteuererklärungen sind vierteljährlich einzureichen, und zwar jeweils bis zum 28. des auf das Quartal folgenden Monats.

Die Jahressteuererklärung ist bis zum 28. März des Folgejahres abzugeben. Innerhalb dieser Frist muss auch die Steuer entrichtet werden.

Umsatzsteuer in Russland

Unternehmen (mit Ausnahme von den von der Umsatzsteuer befreiten Unternehmen) müssen Umsatzsteuer berechnen und zahlen. Die meisten Waren und Dienstleistungen sind umsatzsteuerpflichtig.

Der Regelsteuersatz beträgt 18%, der verminderte Umsatzsteuersatz beträgt 10%, auf Warenexporte beträgt der Umsatzsteuersatz 0%.

Allgemein folgt das Umsatzsteuerrecht in der Russischen Föderation dem gleichen Prinzip wie in der EU. Es gibt jedoch einige wesentliche Unterschiede:

  • Um sich die Vorsteuer erstatten lassen zu können (d.h. mit der abzuführenden Umsatzsteuer zu
    verrechnen), ist die so genannte Faktura-Rechnung des Lieferanten erforderlich, die wichtige Informationen wie zum Beispiel die Steuernummer beinhaltet.
  • Beim Import von Waren aus dem Ausland muss Einfuhrumsatzsteuer entrichtet werden. Diese ist sofort zu zahlen, andernfalls gibt der Zoll die Ware nicht frei. Diese Einfuhrumsatzsteuer kann als Vorsteuer geltend gemacht werden, aber erst nach Erhalt der Ware und der gesamten Zollabwicklung. D.h. eine sofortige Verrechnung der Einfuhrumsatzsteuer als Vorsteuer ohne temporäre Zahlung ist nicht möglich. Bei Lieferungen zwischen den Ländern der Eurasischen Wirtschaftsunion gelten besondere Vorschriften. So gilt ebenso, wie beim Export in Drittländer ein Umsatzsteuersatz von 0%, allerdings wird die Umsatzsteuer beim Import nicht an der Grenze, sondern von der örtlichen Steuerbehörde des Importeuers erhoben.
  • Auf Werbematerialien, auch Kataloge, muss grundsätzlich Umsatzsteuer auf den Marktwert berechnet werden, auch wenn sie kostenlos abgegeben werden. Falls es keinen Marktwert gibt, sind mindestens die Anschaffungs- / Herstellungskosten als Basis anzusetzen. Die Übergabe von Waren (Arbeiten, Dienstleistungen) zu Werbezwecken ist nur dann umsatzsteuerfrei, wenn der Anschaffungspreis jeder Einheit 100 Rubel nicht überschreitet.

Die Umsatzsteuererklärung ist quartalsweise abzugeben. Die Steuer ist in drei Raten jeweils spätestens bis zum 25. der drei auf das abgelaufene Quartal folgenden Monate zu zahlen.

Unternehmensumsatzsteuererklärungen müssen elektronisch einreicht werden. Diese Regelung ist für alle USt-Zahler obligatorisch.

Unternehmen, deren Tätigkeit von der Umsatzsteuer befreit ist oder ihr nicht unterliegt, die jedoch Erklärungen über die gezahlte Agenten-USt. abgeben muss, sind ebenfalls verpflichtet diese Steuererklärungen in elektronischer Form einreichen.

Vermögensteuer in Russland

Alle russischen und ausländischen Unternehmen, die Vermögenswerte in Russland besitzen, müssen eine Vermögensteuer bezahlen.

Für bestimmte Arten von Immobilien ist die Steuerbemessungsgrundlage der Katasterwert und in anderen Fällen der Restwert des Anlagevermögens (d. h. Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen).

Grundstücke, geistiges Eigentum und Anlagen im Bau sind nicht Gegenstand der Vermögenssteuer. Es
handelt sich also nicht um eine „Vermögenssteuer“, wie sie in einigen westlichen Ländern angewandt wird (oder angewandt wurde), wo generell Vermögenswerte abzüglich Verbindlichkeiten besteuert werden.

Bewegliches Vermögen, das nach dem 1. Januar 2013 in Betrieb genommen wurde, unterliegt nicht der Vermögenssteuer. Anlagevermögen, das vor 2013 in Betrieb genommen wurden, unterliegen weiterhin, unabhängig von ihrer Mobilität, der Besteuerung. Die Definition von Immobilien ist in Artikel 130 des Zivilgesetzbuches Russlands festgeschrieben. Immobilien sind Sachanlagen wie Grundstücke, Untergrundvorkommen und Vermietungsobjekte, z.B. Gebäude und Bauten. Flugzeuge und Schiffe werden übrigens auch Immobilien zugeordnet.

Der Besitz von Immobilien ist staatlich zu registrieren. Sachanlagen, die im Gesetz nicht eindeutig als Immobilien definiert sind, werden als bewegliche Wirtschaftsgüter betrachtet, z.B. Werkzeugmaschinen und Fertigungslinien.

Seit dem 1. Januar 2014 wird der kardinale Wert fürbestimmte Immobilien, wie z.B. Einkaufszentren oder Bürogebäude, als Besteuerungsgrundlage benutzt.Andere Immobilienobjekte, wie z.B. Fabrikgebäude, sind weiterhin nach ihrem Buchwert zu versteuern. Jedoch wurde diese neue Regelung noch nicht landesweit eingeführt.

Derzeit gilt sie nur für Immobilienobjekte in Moskau und der Moskauer Region. Des Weiteren unterliegen noch nicht alle Immobilienobjekte der Besteuerungsgrundlage des kardinalen Werts. Demnach unterliegt die Besteuerungsgrundlage für Immobilienobjekte in Moskau oder der Region Moskau, die noch nicht beurteilt wurden, nach wie vor dem Buchwert.

Eine Ausweitung der neuen Regeln zu anderen Regionen Russlands ist für 2015 geplant Aufgrund der Besteuerung nach dem kardinalen Wert wird die Bemessungsgrundlage nicht durch die Abwertung des Gebäudes reduziert. Im Vergleich zur Steuerlast unter dem Buchwert erhöht die Änderung in der Regel die Steuerlast, obwohl der Steuersatz nominell niedriger ist. In diesem Zusammenhang wurden jährlich steigende Steuersätze eingeführt.

Da die Vermögensteuer grundsätzlich eine regionale Steuer ist, können die Gebiete die Steuersätze im Rahmen von im Steuergesetzbuch festgelegten Höchstsätzen selbst bestimmen:

Steuersaetze in Russland – Vermoegensteuer
Ein Überlick über die Vermögensteuer in Russland.

 

 

 

 

 

 

 

Soweit die Bemessungsgrundlage der Buchwert des Anlagevermögens ist, beträgt der maximale Steuersatz 2,2%. In Moskau wird der Höchstsatz erhoben. Steuererklärungen sind quartalsweise bis zum 30. des Folgemonats abzugeben. In Moskau ist die Steuerzahlung quartalsmäßig innerhalb von 30 Tagen nach Quartalsende fällig, und muss auch zum Jahresende bis zum 30. März des folgenden Jahres bezahlt werden.

Einkommensteuer in Russland

Wenn ein Unternehmen den Mitarbeitern Gehalt auszahlt, muss es Einkommensteuer / Lohnsteuer einbehalten und an das Finanzamt abführen. Der Steuersatz beträgt pauschal 13%, ohne wesentliche Freibeträge. Steuerausländer, d.h. Personen, die weniger als 183 Tage innerhalb von 12 Monaten in Russland verbringen, haben ihr russisches Einkommen mit einem Einkommensteuersatz von 30% zu versteuern.

Die meisten Doppelbesteuerungsabkommen sehen jedoch vor, dass bis zum 182. Tag keine russischen Steuern zu zahlen sind,
wenn die Gehälter im Ausland gezahlt werden und ein ausländisches Unternehmen die Lohnkosten trägt und diese nicht an eine russische
Betriebsstätte weiterverrechnet werden. Solche Bedingungen sind unter anderen in den DBA mit Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien u.a. vorgesehen.

Die derzeitige Gesetzgebung erlaubt ausländischen Arbeitnehmern – Highly Qualified Specialists / HQS – auf ihr russisches Gehalt einen Steuersatz von 13% anzuwenden, beginnend ab ihrem ersten Arbeitstag und ungeachtet der Dauer ihres Aufenthalts in Russland. Allerdings gilt ein solcher Satz nur für die Arbeitsvergütung. Wenn ein HQS einen Zuschuss für Wohnungsmiete oder andere nicht mit der Arbeit verbundene Vergütungen erhält, sind diese Einkünfte zu einem Satz von 30% steuerpflichtig (sofern er/sie den Wohnsitz nicht ändert).

Um ein Visum und eine Arbeitsgenehmigung als hochqualifizierter Spezialist zu erhalten, muss der ausländische Arbeitnehmer ein Monatsgehalt von mindestens 167.000 Rubel Brutto erhalten. Dieses Gehalt muss in Russland in Rubel gezahlt werden, kann jedoch auf ein Auslandskonto überwiesen werden. Der Steuersatz für Dividenden wird auf 13% für Steuerinländer und 15% für Nichtansässige festgesetzt, wenn im Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Russischen Föderation und dem jeweiligen Staat kein anderer Steuersatz vorgesehen ist.

Prämien und Gewinne, Zinserträge aus Bankguthaben (über festgelegten Schwellenwert), Gewinne aus der Aufnahme von Darlehen mit günstigen Zinssätzen oder zinslosen Darlehen unterliegen dem Steuersatz von 35%. Im Laufe des Jahres sind die Unternehmen verpflichtet, die einbehaltenen Steuern an die Steuerbehörde zu überweisen.

Die Steuern sind an dem Tag zu entrichten, an dem die Gehälter überwiesen bzw. – bei Barauszahlung an die Mitarbeiter – von der Bank abgehoben werden. Am Jahresende müssen die Unternehmen eine Auflistung der einbehaltenen Lohnsteuern auf speziellen Formblättern bei den Steuerbehörden vorlegen. Diese Formblätter enthalten Informationen zu jedem einzelnen Mitarbeiter.

Sozialversicherungsbeiträge in Russland

Alle Sozialabgaben sind ausschließlich durch den Arbeitgeber zu tragen. Dazu gehören:

  • Zahlungen an die Rentenversicherung
  • Zahlungen an den Sozialversicherungsfond
  • Zahlungen an den föderalen Fond der Krankenversicherung

Für das Jahr 2016 wurden folgende Beitragssätze festgelegt:

Sozialversicherungsbeitraege in Russland SCHNEIDER GROUP
SCHNEIDER GROUP –
Dieses Bild gibt eine Übersicht über die Sozialversicherungsbeiträge die in Russland gezahlt werden müssen.

 

Unternehmen müssen Sozialversicherungsbeiträge in Russland spätestens am 15. Tag des Folgemonats kalkulieren und einzahlen.

Ab dem 1. Januar 2017 geht die Kontroll- und Verwaltungsfunktion der Versicherungsbeiträge in den Kompetenzbereich des FNS über. Die Ermittlung und die Zahlung der Versicherungsbeiträge für die obligatorische Renten-, Sozial- und Krankenversicherung werden durch das Steuergesetzbuch der Russischen Föderation geregelt.

Dabei hat der Arbeitgeber quartalsweise folgende Berichte einzureichen:

  1. Spätestens am 15. Tag (am 20. im elektronischen Format) des zweiten Kalendermonats nach der Berichtsperiode ist der Abteilung des Rentenfonds vor Ort die Kalkulation der berechneten und an den Rentenfond gezahlten Beiträge für die Pflichtrentenversicherung und der berechneten und an den Krankenversicherungsfond gezahlten Beiträge für die Pflichtkrankenversicherung vorzulegen. Zusammen mit der Kalkulation werden Informationen über jede versicherte Person abgegeben.
  2. Spätestens am 20. Tag (am 25. im elektronischen Format) des dem Berichtsquartal folgenden Kalendermonats, muss ein Unternehmen der Sozialversicherung einen Bericht über die obligatorische Sozialversicherung bei  vorübergehender Behinderung und die Beiträge für Mutterschaftsleistungen vorlegen. Vor kurzem hat die Rentenversicherung ihre Anforderungen an die rechtzeitige und sachgerechte Einreichung von Berichten verschärft. In der Praxis empfiehlt es sich, die obengenannten Berichte in elektronischer Form einzureichen (für die meisten Unternehmen ist dies das obligatorische Verfahren zur Vorlage), um Strafzahlungen zu vermeiden.

Betriebsunfallversicherung in Russland

Neben den bisher aufgelisteten Zahlungen an die Fonds müssen alle Unternehmen auch Zahlungen an die Betriebsunfallversicherung leisten. Der Beitragssatz beträgt 0,2% bis 8,5% und hängt von der Tätigkeitsart des Arbeitnehmers ab. Für
Handelsunternehmen beträgt der Satz z.B. 0,2%, für Verkehrs- und Speditionsunternehmen 0,7%.

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Alex Stolarsky
Partner, Rechtsanwalt, Legal & Compliance, Moscow
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