Wirtschaftsinitiative Lissabon-Wladiwostok: Vorschläge für Logistik

11/12/2020
Wirtschaftsinitiative Lissabon-Wladiwostok: Vorschläge für Logistik

Am 7. Dezember 2020 besprachen in Hamburg mehr als 60 renommierte europäische Logistikexperten, Eigentümer und Manager von Logistikunternehmen, Vertreter der staatlichen Behörden Russlands und Deutschlands sowie Leiter von Fachverbänden die Integration von Logistikrouten und die Entwicklung der Infrastruktur im Rahmen der Initiative für die Schaffung eines gemeinsamen Wirtschaftsraums von Lissabon bis Wladiwostok. Auf dem Treffen wurden die Ergebnisse der Aktivitäten der Arbeitsgruppe für Logistik und Zoll präsentiert, die im Rahmen der oben genannten Initiative gegründet wurde.

Begrüßungsreden hielten Mirko Nowak (Russisch-Deutsche Handelsgilde in Hamburg), Christian Pegel (Minister für Energie des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern) und Andrei Sobolev (Handelsvertreter der Russischen Föderation in Deutschland). Herr Sobolev betonte: „Der gemeinsame Wirtschaftsraum von Lissabon bis Wladiwostok ist eine Initiative, die vor allem von der Geschäftswelt stammt: von führenden Unternehmen, Unternehmerverbänden, Analysezentren der Mitgliedsländer der Eurasischen Wirtschaftsunion und der Europäischen Union. Sie beinhaltet die Beschleunigung verschiedener Integrationsprozesse, einschließlich der Harmonisierung und Vereinheitlichung von Standards und technischen Regelwerken, der Digitalisierung von Zolldiensten und Geschäftsprozessen, der Entwicklung internationaler Verkehrskorridore, der Modernisierung und Verbesserung der Qualität der Transport- und Logistikinfrastruktur. Diesen Aufgaben in Russland wird die größte Aufmerksamkeit gewidmet. Es ist kein Zufall, dass auch während der Pandemie und bei allen damit verbundenen Einschränkungen die Warenlieferungen aus Russland in europäische Länder nicht eingestellt wurden, russische Lieferanten konsequent alle ihre Verpflichtungen erfüllten und der Frachttransport zwischen Russland und unseren europäischen Partnerländern reibungslos funktionierte. Gleichzeitig stieg der Warenumschlag, beispielsweise im Schienenverkehr: In den zehn Monaten des Jahres 2020 wurden 367.090 TEU Export-, Import- und Transitfracht in Containern zwischen Russland und Deutschland transportiert, 2,2% mehr als im gleichen Zeitraum des Jahres 2019.“

Das zentrale Thema auf der Tagesordnung war die Rolle der EU und Russlands bei der wirtschaftlichen Interaktion zwischen Europa und China. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass die Entwicklung von Verkehrslinien und -knotenpunkten innerhalb der langen Logistikkorridore der Schlüssel zur wirtschaftlichen Entwicklung der jeweiligen Regionen ist. Dabei ist nach Angaben der Teilnehmer das angegebene Potenzial für Wirtschaftswachstum und Infrastrukturentwicklung derzeit nicht voll ausgeschöpft. Wenn jedoch politischer Wille besteht, kann dieses Entwicklungspotential im gesamten Raum von Lissabon bis Wladiwostok voll genutzt werden.

In seiner Rede betonte Vorstandsvorsitzender der Bundesvereinigung Logistik Professor Thomas Wimmer die Bedeutung des eurasischen Raums für die Lösung logistischer Probleme der deutschen Wirtschaft. Der Vorstand des Wirtschaftsclubs Russland Uwe Leuschner schlug konkrete Schritte für die Zusammenarbeit zwischen der EU und der EAWU im Bereich Logistik und Zoll vor.

Während seiner Rede zu allgemeinen Logistikfragen im Raum von Lissabon bis Wladiwostok unterstrich der Vorstandsvorsitzende der Initiative Lissabon-Wladiwostok, Gründer und Präsident der SCHNEIDER GROUP Ulf Schneider: „Unsere Geschäftsinitiative basiert auf kleinen, aber sehr präzisen und konkreten Schritten zur Schaffung eines gemeinsamen europäischen Raums von Lissabon bis Wladiwostok. Wir haben bereits spezielle Arbeitsgruppen gegründet, die konkrete Vorschläge zur Harmonisierung der Standards zwischen der EU und der EAWU ausarbeiten. Themen wie Logistik, Transport, Zollabfertigung, Steuern (einschließlich Mehrwertsteuer), Pharmamarkt, Finanzmarktregeln, Umweltfragen (Green Deal) und Digitalisierung bilden die Agenda dieser Gruppen“.

Ein wichtiger Punkt auf der Tagesordnung des Treffens war die feierliche Unterzeichnung des Memorandums über den Anschluss der Russisch-Deutschen Handelsgilde in Hamburg der Wirtschaftsinitiative Lissabon-Wladiwostok. Das entsprechende Memorandum unterschrieben der Vorstandsvorsitzende der Wirtschaftsinitiative Lissabon-Wladiwostok Ulf Schneider und der Vorstandsvorsitzende der Russisch-Deutschen Handelsgilde in Hamburg Mirco Nowak.

Aufgrund der Ergebnisse der Veranstaltung und unter Berücksichtigung der in der Diskussion dargelegten Positionen wird die im Rahmen der Wirtschaftsinitiative Lissabon-Wladiwostok tätige Arbeitsgruppe konkrete Vorschläge für EU- und EAWU-Beamte zur Harmonisierung der Logistikregeln und -verfahren ausarbeiten.

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Über die Initiative Lisbon-Vladivostok:

2015 wurde in europäischen Geschäftskreisen eine Initiative zur Durchsetzung der Idee der Schaffung eines gemeinsamen Wirtschaftsraums in der Europäischen Union (EU) und der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU) ins Leben gerufen: Die Wirtschaftsinitiative Lissabon-Wladiwostok. Die Grundlage der Initiative ist das Bedürfnis der Geschäftswelt nach der wirtschaftlichen Integration und Ausweitung der wirtschaftlichen Interaktion im eurasischen Raum. Die Initiative vereint bereits über 100 Unternehmen sowie große Wirtschaftsverbände aus 12 EU- und EAWU-Mitgliedstaaten. Im Jahr 2020 erhielt die Initiative ihre Struktur in der Form von Arbeitsgremien: dem Vorstand und einer Reihe von Expertenarbeitsgruppen in bestimmten Bereichen. Regelmäßig finden Veranstaltungen zur Förderung und weiteren Durchsetzung der Initiative statt. Teilnehmer an den Veranstaltungen im Rahmen der Initiative sind Unternehmensleiter und -inhaber, Beamte sowie renommierte Mitglieder der Expertengemeinschaft.

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