Verrechnungspreise in Russland

Verrechnungspreise in Russland

SCHNEIDER GROUP unterstützt internationale Unternehmen bei Fragen zu Verrechnungspreisen in Russland. Wir helfen bei der Erstellung der Verrechnungspreisbenachrichtigungen, sowie bei der Dokumentation.

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Verrechnungspreise in Russland

Am 1. Januar 2012 sind in Russland neue Verrechnungspreisvorschriften in Kraft getreten. Die Vorschriften basieren grundsätzlich auf den OECD-Verrechnungspreisleitlinien und unterscheiden sich wesentlich von den zuvor in Russland geltenden Bestimmungen. Die neuen Vorschriften wurden als neuer Abschnitt in das Steuergesetzbuch eingefügt und ersetzen die alten Bestimmungen. Ziel der neuen Vorschriften ist es, ein Steuerverwaltungssystem zu implementieren, damit die Verrechnungspreise bei Geschäften zwischen verbundenen und gleichgestellten Personen dem Fremdvergleichsgrundsatz entsprechen. Das Gesetz zielt darauf ab, die steuerlich motivierte Verlagerung von Gewinnen in ausländische oder russische Unternehmen, die Steuervergünstigungen genießen, zu vermeiden.

Zu beachten ist, dass sowohl die Steuerverwaltung, als auch russische Unternehmer mit diesen Verrechnungspreisvorschriften Neuland betreten.

In den vergangenen Jahren haben das Finanzministerium und das Föderale Steueramt mehrere Erläuterungsschreiben herausgegeben.

Zu den wichtigsten Erläuterungsschreiben gehört die Verordnung Nr. MMB-7-13/524 vom 27. Juli 2012 des Föderalen Steueramts über die Formulare und Anweisungen zur Erstellung der Benachrichtigungen über kontrollierte Geschäfte. Kontrollierte Geschäfte sind solche, die unter den gegebenen Kriterien, an die Steuerverwaltungen berichtet werden müssen.

Außerdem ist das Schreiben des Föderalen Steueramts Nr. OA-4-13/1443 vom 30. August 2012 mit Empfehlungen für die Erstellung der Verrechnungspreisdokumentation zu beachten.

Dennoch bestehen weiterhin einige Unklarheiten. Weder die Steuerbehörden, noch die meisten Unternehmen haben die Verrechnungsreisvorschriften aktuell vollständig umgesetzt und Berichts- und Prüfungsverfahren implementiert. Dieses ist einer der Gründe, weshalb im April 2013 die Fristen für die Einreichung von Benachrichtigungen, die Anforderung von Verrechnungspreisdokumentation, als auch für Verrechnungspreisprüfungen im Hinblick auf Geschäfte, die im Jahr 2012 den Verrechnungspreisvorschriften unterlagen, um sechs Monate verschoben wurden.

Die Verrechnungspreis-Benachrichtigung ist ein gesetzlicher Bericht, der die Steuerbehörden über kontrollierte Geschäfte der Steuerzahler informiert und muss bis zum 20. Mai des Folgejahres, in dem das kontrollierte Geschäft stattfand, an die Steuerbehörden eingereicht werden. Es gibt keine spezielle Form für die Verrechnungspreis-Dokumentation, aber es sollten bestimmte Informationen und Daten, die von dem russischen Steuergesetz vorgesehen sind enthalten sein. Die Verrechnungspreis-Dokumentation sollte von dem Unternehmen bereitgestellt und auf Anfrage innerhalb von 30 Arbeitstagen nach Eingang des Antrags an die Steuerbehörde übermittelt werden. Die russischen Steuerbehörden haben nach wie vor wenig praktische Erfahrung mit den Verrechnungspreis-Vorschriften die, die Grundsätze des OECD-Musterabkommens berücksichtigen. Die ersten Verrechnungspreis-Audits begannen erst im Januar 2014 und zur ersten gerichtlichen Entscheidung über Verrechnungspreise kam es erst im Januar 2017. Es gilt zu beachten, dass die entwickelte Verrechnungspreis-Politik, sowie die Verrechnungspreis-Dokumentation möglicherweise an die neuen Anforderungen der Regulierungsbehörden angepasst werden müssen.

Wichtig: die nächste Frist zur Einreichung der Benachrichtigungen ist der 20. Mai.

Hauptbestimmungen und Definitionen des Verrechnungspreisrechts

Verbundene Personen

Um festzustellen, ob Ihre Unternehmen von den neuen Vorschriften betroffen sind, ist zunächst zu prüfen, ob diese Unternehmen als „verbundene Personen” im Sinne der Verrechnungspreisvorschriften gelten.

Die neuen gesetzlichen Vorschriften enthalten einen umfangreichen Katalog von Fällen, in denen zwei natürliche oder juristische Personen als verbunden im Sinne der Verrechnungspreisregelungen gelten. In der Praxis sind die folgenden Fälle am wichtigsten:

  • Zwei Parteien gelten als verbunden, wenn eine juristische oder natürliche Person am Stammkapital der anderen juristischen Person mit mehr als 25% direkt oder indirekt beteiligt. Wenn, also eine ausländische Muttergesellschaft mehr als 25% am Stammkapital ihrer russischen Tochtergesellschaft hält, sind beide Unternehmen verbundene Personen;

 

  • Zwei Parteien gelten als verbunden, wenn ein und dieselbe natürliche oder juristische Person am Stammkapital der beiden juristischen Personen mit jeweils mehr als 25% beteiligt ist. Somit gelten zwei Schwestergesellschaften als verbunden, wenn sie eine gemeinsame Muttergesellschaft haben, die jeweils mehr als 25% am Stammkapital an jeder Gesellschaft hält;
  • Zwei Parteien gelten als verbunden, wenn sie denselben Generaldirektor haben. Wenn somit der Generaldirektor einer russischen Tochtergesellschaft Generaldirektor in einer anderen Gesellschaft ist, gelten diese beiden Gesellschaften im Sinne der Verrechnungspreisvorschriften als verbunden.

Darüber hinaus gibt es weitere Kriterien wie, z.B. bei der Mitgliedschaft von den gleichen Personen im Aufsichtsrat zweier Gesellschaften, etc. Dementsprechend wird eine Analyse der spezifischen Situation empfohlen.

Bitte beachten Sie: Weiterhin kann das Vorliegen einer „Verbundenheit“ per Gerichtsentscheid bestätigt werden, wenn die Beziehungen zwischen den Personen Einfluss auf die Vertragsbedingungen haben, selbst wenn formal die Kriterien der Verbundenheit nicht erfüllt sind. Daher ist im Zweifelsfall eine genauere Prüfung des Einzelfalls durchzuführen. Ebenso unterliegen Geschäfte mit unabhängigen Unternehmen der Verrechnungspreiskontrolle, falls diese unabhängigen Unternehmen in eine Lieferkette zwischen zwei verbundenen Personen zwischengeschaltet werden. Dies gilt in dem Falle, wenn die unabhängigen Unternehmen keine zusätzliche Funktion ausüben und keine Geschäftsrisiken auf sich nehmen. Es reicht somit nicht aus, einen formal unabhängigen Zwischenhändler bei einem Geschäft zwischen einer Mutter- und Tochtergesellschaft zwischenzuschalten, um die Verrechnungspreiskontrolle zu umgehen.

Kontrollierte Geschäfte

Folgende Transaktionen werden als „kontrollierte Geschäfte“ angesehen und unterliegen der Verrechnungspreiskontrolle:

Alle grenzüberschreitenden Transaktionen zwischen verbundenen Parteien: Die geltende Schwelle für die Außenhandelsgeschäfte zwischen verbundenen Parteien hat sich von 100 Mio. Rubel in 2012 stark verändert. Für 2013 galt ein niedriger Schwellenwert von 80 Mio. Rubel. Seit 2014 wurden die Schwellenwerte vollständig aufgehoben, was bedeutet, dass alle grenzüberschreitende Geschäfte zwischen verbundenen Parteien die der Verrechnungspreiskontrolle sowie der Verrechnungspreis-Mitteilung unterliegen und können von den Steuerbehörden angefordert werden. Dies gilt auch für kleinste Transaktionen.

Innerrussische Geschäfte: Die Verrechnungspreise von Geschäften zwischen verbundenen Personen auf dem russischen Binnenmarkt werden von den Steuerbehörden kontrolliert, wenn ihr Geschäftswert 1 Mrd. Rubel (seit 2014) überschreitet.

Ausnahme: Innerrussische Geschäfte unterliegen nicht der Steuerkontrolle, wenn die Parteien zu einer konsolidierten Steuerzahlergruppe gehören oder alle unten stehenden Kriterien erfüllt sind:

  • Beide Parteien sind in der gleichen Region der Russischen Föderation registriert;
  • Die Parteien verfügen über keine abgesonderten Einheiten in anderen Regionen der Russischen Föderation und zahlen keine Gewinnsteuer in anderen Regionen;
  • Die Parteien haben keine steuerlichen Verluste;
  • Die Parteien zahlen keine Steuer auf die Gewinnung von Bodenschätzen oder andere spezifische Steuern.

Zu beachten ist, dass die Einordnung von Betriebsstätten (Filialen/kommerziellen Repräsentanzen) ausländischer Unternehmen und des für sie geltenden Schwellwertes noch einige Unklarheiten aufwirft.

Bitte beachten Sie: Gemäß dem Schreiben des Finanzministeriums N 03-01-18/9-183 vom 2. Dezember 2012 ist bei Geschäften zwischen Einheiten ausländischer Gesellschaften in Russland (Betriebsstätten, Filialen, Repräsentanzen) und russischen juristischen Personen, die mit der ausländischen Gesellschaft verbunden sind, die Schwellenwerte für Außenhandelsgeschäfte anzuwenden. Anzumerken ist, dass Einheiten von ausländischen Gesellschaften in Russland auch als russische Steuerzahler gelten, so dass sie gegebenenfalls auch zur Erstellung von Benachrichtigungen und Verrechnungspreisdokumentationen verpflichtet sind. Lediglich die Gewinnverteilung zwischen der ausländischen Konzernzentrale und der russischen Gesellschaft entspricht noch nicht vollständig den Verrechnungspreis-Vorschriften.

Eine Änderung des russischen Steuergesetzes zeigt bereits, dass die Funktionen, Risiken und Vermögenswerte eines Unternehmens berücksichtigt werden sollten, wenn das zu versteuernde Einkommen der Gesellschaft in Russland zu bestimmen ist. Daher ist es sehr wahrscheinlich, dass die Steuerbehörden auch in Zukunft ihre Aufmerksamkeit auf solche Geschäfte richten werden. Da Russland die Verrechnungspreisregeln für die Gewinnverteilung zwischen der ausländischen Konzernzentrale und der russischen Gesellschaft nicht vollständig anwendet, können Doppelbesteuerungsprobleme auftreten. Daher wird eine sorgfältige Strukturierung empfohlen, wenn größere Projekte in Russland über diese Gesellschaften oder ausländische juristische Personen durchgeführt werden.

Sonstige Geschäfte:

Außenhandelsgeschäfte zwischen nicht verbundenen Personen über an Warenbörsen gehandelten Waren (Rohöl, Mineralölprodukte, Eisen- und Buntmetalle, Dünger, Edelmetalle und Edelsteine) und Geschäfte mit ausländischen Unternehmen in Staaten, die sich auf der sogenannten „schwarzen Liste“ des Finanzministeriums registriert sind („Offshore-Zonen“), unterliegen den Verrechnungspreisvorschriften, sofern der Umsatz aus solchen Geschäften 60 Mio. Rubel pro Jahr übersteigt.

Innerrussische Geschäfte unterliegen der Verrechnungspreiskontrolle, sofern der Umsatz aus diesen Geschäften 60 Mio. Rubel im Kalenderjahr überschreitet und wenn

  • Eine Partei die Mineralgewinnungssteuer zahlt und Gegenstand des Geschäfts Bodenschätze sind;
  • Eine Partei von der Zahlung der Gewinnsteuer befreit ist oder Gewinnsteuer i.H.v. 0% zahlt, während die andere Partei der Gewinnsteuer in Russland unterliegt und keinen 0%-Gewinnsteuersatz anwendet;
  • Eine Partei Resident einer Sonderwirtschaftszone ist, während die andere Partei kein Resident dieser Zone ist.

Kontrolliert werden auch innerrussische Geschäfte, wenn eine Partei ein besonderes Besteuerungssystem anwendet (einheitliche Landwirtschaftssteuer, einheitliche Steuer auf fiktives Einkommen), während die andere Partei der Gewinnsteuerpflicht nach dem regulären Verfahren unterliegt und falls der Umsatz aus diesen Geschäften 100 Mio. Rubel im Kalenderjahr überschreitet.

Transfer Pricing Methods

Auch wenn Russland kein OECD-Mitgliedstaat ist, basieren die jüngsten Verrechnungspreisregelungen in Russland weitgehend auf den OECD-Leitsätzen. Im russischen Steuergesetzbuch sind die folgenden Methoden zur Bestimmung der Übereinstimmung der Preise für kontrollierte Transaktionen mit den Preisen, die zu marktüblichen Bedingungen vereinbart wurden, festgelegt:

  • Vergleichbare Marktpreismethode
  • Wiederverkaufspreis-Methode
  • Kostenaufschlagsmethode
  • Transaktionale Nettomarge-Methode (TNMM)
  • Gewinnverteilungsmethode
  • Wenn Sie mehr über die Verrechnungspreis-Methoden erfahren möchten, lesen Sie unsere Übersicht.

Bitte beachten Sie: Die russischen Verrechnungspreisregeln schreiben vor, dass die vergleichbare Marktpreismethode Vorrang vor anderen Methoden hat und stets zu prüfen ist. In der Praxis ist jedoch die TNMM-Methode die am häufigsten angewandte Verrechnungspreis-Methode in Russland. Folgende Quellen können für eine Verrechnungspreisanalyse herangezogen werden:

  • Informationen über die Preise und Notierungen der russischen und ausländischen Warenbörsen;
  • Zollstatistiken über den grenzüberschreitenden Handel der Russischen Föderation, die von einer föderalen Behörde veröffentlicht oder auf Anfrage zur Verfügung gestellt werden; Informationen über Preise (oder die Bandbreite der Preisschwankungen) und Börsennotierungen, die in offiziellen Informationsquellen enthalten sind;.
  • Informationen von Preisauskunftsstellen;
  • Informationen über vom Steuerpflichtigen durchgeführte Transaktionen.

Bitte beachten Sie: Die vorstehenden Angaben die zur Ermittlung von Marktpreisen verwendet werden können, sind nicht verbindlich. Die Daten russischer juristischer Personen sind jedoch in erster Linie zu verwenden, und nur wenn die Informationen nicht zur Verfügung stehen, dürfen die Steuerpflichtigen ausländische Informationsquellen nutzen.

Verrechnungspreisankündigungen

In der Verordnung Nr. ММВ-7-13/524@ vom 27. Juli 2012 hat die Förderale Steuerbehörde die Anforderungen an das Format der Verrechnungspreisankündigung und eine detaillierte Anweisung zur Art der Daten, die auszufüllen und wie die Ankündigung einzureichen sind, angegeben. Die Meldung besteht aus Folgenden Teilen:

Titelblatt mit Angaben zum Steuerpflichtigen;

Formular 1A – Informationen zur kontrollierten Transaktion:

  • Grundlage für die Verrechnungspreissteuerung des Geschäfts;
  • Informationen über die kontrollierte Transaktion;
  • Die Höhe der erhaltenen Erträge und Aufwendungen, die im Zusammenhang mit der kontrollierten Transaktion anfallen;
  • Informationen über die angewandte Verrechnungspreis-Methode und die verwendeten Informationsquellen (nicht obligatorisch).

Formular 1B – Informationen zum Gegenstand der Transaktion:

  • Ausführliche Informationen über die Transaktion (Beschreibung, TN VED, OKP, OKVED-Codes, Anzahl der Käufer / Verkäufer, Vertragsnummer und Datum, Herkunftsland, Lieferort, Lieferbedingungen, Menge, Preis, etc.

Formular 2 – Angaben zum Vertragspartner:

  • Firmenname, Registrierungsnummer, Steuernummer, Sitz der Gesellschaft.

Transfer Pricing Documentation

Verrechnungspreis-Dokumentation:

Mit Schreiben Nr. ОА-4-13/14433@ vom 30. August 2012 hat die föderale Steuerbehörde die Formatvorgaben der Verrechnungspreisdokumentation festgelegt. Gemäß diesem Schreiben besteht die Verrechnungspreisdokumentation aus folgenden Teilen:

  • Titelblatt mit Angaben über die Parteien der Transaktion;
  • Beschreibung der Tätigkeit der Gesellschaft im Zusammenhang mit der Bildung von Preisen der kontrollierten Transaktionen. Dieser Abschnitt enthält Angaben über die Waren / Arbeiten / Dienstleistungen des kontrollierten Vorhabens zur Bestimmung vergleichbarer Waren / Arbeiten / Dienstleistungen sowie Informationen über das Wettbewerbsniveau auf dem jeweiligen Markt des Unternehmens, einschließlich Informationen über die wichtigsten Wettbewerber des Unternehmens;
  • Angaben über die gesamten Unternehmen einschließlich Informationen über wesentliche Wettbewerbsvorteile der Unternehmensgruppen sowie Angaben zu den materiellen und immateriellen Vermögenswerten, die die Wettbewerbsfähigkeit beeinflussen;
  • Einzelheiten der kontrollierten Transaktionen und Funktionsanalyse;
  • Auswahl und Begründung der angewandten Verrechnungspreisverfahren: In diesem Teil gibt der Steuerpflichtige die gewählte Verrechnungspreismethode an, begründet die Auswahl, spezifiziert die verwendeten Informationsquellen und führt eine wirtschaftliche Analyse durch, indem er die Preisspanne im Markt oder Gewinnspanne berechnet;
  • Preisspanne oder Rentabilität auf dem Markt, einschließlich:
    • Beschreibung des für die Auswahl der vergleichbaren Transaktion oder Organisationen angewandten Ansatzes unter Angabe der verwendeten Informationsquellen;
    • Beschreibung der Funktionen, Risiken und Vermögenswerte, die in vergleichbaren Transaktionen oder Organisationen verwendet werden;
    • Beschreibung der Anpassungen, um die Einhaltung des „arm’s length“ -Prinzips sicherzustellen;
    • Berechnung der Gewinnspanne am Markt unter Berücksichtigung der Besonderheiten des kontrollierten Geschäfts;

Auf Wunsch des Steuerpflichtigen können weitere Angaben in der Dokumentation gemacht werden. Die Menge der zusätzlichen Informationen sollte der Komplexität der Transaktion entsprechen. Zu beachten ist auch, dass für jede Art von kontrollierter Transaktion ein separates Verrechnungspreisdokumentationspaket erstellt werden muss.

Bitte beachten Sie: Die russischen Steuerbehörden können in der Regel nicht vor dem 1. Juni des auf das Kalenderjahr folgenden Jahres, in dem die kontrollierte Transaktion stattgefunden hat, eine Verrechnungspreisdokumentation anfordern. Die angeforderten Unterlagen sind innerhalb von dreißig Arbeitstagen nach Eingang des entsprechenden Antrags bei den russischen Steuerbehörden einzureichen.

Verrechnungspreis-Audit

Die lokalen Steuerbehörden sind nicht befugt eine Prüfung der Preise durch den Steuerpflichtigen durchzuführen, da eine solche Prüfung von einer separaten staatlichen Stelle durchgeführt wird. Für Verrechnungspreis-Prüfungen wurde von der föderalen Steuerbehörde eine eigene Abteilung eingerichtet.

Eine lokale Steuerbehörde, die von einem Steuerpflichtigen eine Mitteilung über kontrollierte Transaktionen erhalten hat muss innerhalb von 10 Tagen nach Erhalt dieser die Meldung an die föderale Steuerbehörde weiterleiten. Aufgrund der Bestimmungen der Abgabenordnung kann die Prüfung der Verrechnungspreise ein langwieriges Verfahren bedeuten.

Die Dauer eines Verrechnungspreis-Audits darf sechs Monate nicht überschreiten. In Ausnahmefällen kann die Finanzbehörde die Dauer der Steuerprüfung jedoch um weitere sechs Monate verlängern.

Die Steuerprüfung kann um weitere sechs Monate verlängert werden, wenn Informationen von ausländischen Steuerbehörden, Sachverständigen, Übersetzung von Unterlagen usw. benötigt werden. Falls die angeforderten Informationen von den ausländischen Steuerbehörden nicht rechtzeitig eingereicht werden, kann die Verrechnungspreis-Prüfung um weitere drei Monate verlängert werden.

Sofern die Steuerbehörden Abweichungen zwischen dem aufgeführten Preis in der Transaktion und dem Marktpreis feststellen, die zu einer Unterbewertung der Steuer führen, haben sie zwei Monate Zeit um einen Akt mit den Ergebnissen des Audits vorzubereiten.

Bitte beachten Sie: Der Steuerpflichtige hat das Recht, innerhalb von zwanzig Arbeitstagen nach Erhalt des Akts Einspruch gegen das Prüfungsergebnis einzulegen. Die Steuerbehörden haben dann zwischen zehn Tagen und einem Monat Zeit, um die Einwendungen zu prüfen und eine entsprechende Entscheidung zu treffen. Die Gesamtdauer eines Verrechnungspreis-Audits kann daher bis zu zwei Jahre betragen.

Strafen

Für 2014 – 2016 beträgt die Strafe 20%, ab 2017 40% von den noch ausstehenden Steuerverbindlichkeiten.

Softwarelösungen in 1C, SAP oder MS Dynamics

Viele Unternehmen, die Anforderungen an das Berichtswesen für Verrechnungspreise haben, stehen vor der Frage, wie sie alle erforderlichen Meldungen für die staatlichen Stellen vorbereiten können.

Folgende Versionen von 1C ermöglichen die Vorbereitung:

  • 1C Corporate
  • 1C ERP
  • 1C Enterprise

Diese Softwarepakete sind Standardlösungen zur Vorbereitung der Meldung. Sie sind jedoch keine schlüsselfertigen Produkte, sondern lediglich Hilfsmittel, um Daten im gewünschten Format hochzuladen und (über TAXCOM oder einen anderen Anbieter) elektronisch an die entsprechenden Institutionen zu senden. Vor der elektronischen Einreichung müssen diese Daten von den Fachleuten bearbeitet, korrigiert und angepasst werden.

 

Sollen Tausende Zolltarife manuell gebucht werden?

Niemand möchte Tarifnummern manuell in Vorlagen eingeben oder ein ganzes Paket von Dokumentenbescheinigungen selbst erstellen. Deshalb müssen Unternehmen zunächst eine Analyse der Version von 1C durchführen, die sie verwenden und ggf. aktualisieren oder auf eine neue Version umstellen (z. B. bietet die Version 1C Accounting nicht die ganzheitliche Lösung zur Erstellung von Verrechnungspreismeldungen).

Was tun, wenn eine russische Niederlassung in SAP oder MS Dynamics arbeitet?

Verschiedene SAP-Beratungshäuser bieten bereits Softwarelösungen für die Erstellung von Verrechnungspreis-Meldungen an. Sie werden Ihrem Unternehmen jedoch nicht helfen, wie 1C-Lösungen, die Notwendigkeit einer Vor- und Weiterverarbeitung der generierten Daten, die an die staatlichen Behörden weiterzuleiten sind, zu umgehen. Die Kosten solcher Lösungen übersteigen oft die Budgets der Unternehmen.

Darüber hinaus kann niemand garantieren, dass bei Änderungen in der Gesetzgebung oder den Anforderungen der staatlichen Körperschaften keine zusätzlichen Änderungen oder kostspielige Programmaktualisierungen vorgenommen werden müssen.

MS Dynamics hat noch immer keine entsprechende Softwarelösung und die Firmen wissen nicht, wie sie den Anforderungen der russischen Gesetzgebung mit Hilfe von

dieser Software gerecht werden können.

Unsere Lösung

Die SCHNEIDER GROUP hat für SAP und MS Dynamics ein Tool entwickelt, mit dem alle erforderlichen Daten aus SAP und MS Dynamics in EXCEL-Format exportiert und zur Vorbereitung der Verrechnungspreis-Meldung in 1C importiert werden können.

Was bedeutet das für Sie?

Wir sind der Ansicht, dass mit der Durchsetzung der (neuen) Verrechnungspreis-Regeln in Russland, der Ukraine, Polen, Kasachstan und Weißrussland die Frage der Verrechnungspreise in den verschiedenen Ländern die verstärkte Aufmerksamkeit der zuständigen Steuerbehörden auf sich ziehen wird. Die Verwaltung der Preispolitik des Unternehmens und die Dokumentation der Transaktionen erfordern daher zusätzliche Aufmerksamkeit seitens der Steuerzahler.

Folgende Schritte sollten durchgeführt werden, um für ein Verrechnungspreis-Audit vorbereitet zu sein:

  1. Unternehmensinterne Transaktionen prüfen, um eine Liste von Transaktionen zu erstellen, die der Verrechnungspreisprüfung unterliegen und um zu überprüfen, ob Sie über den entsprechenden Schwellenwerten liegen und somit Verrechnungspreis-Meldungen und Verrechnungspreis -Dokumentation vorbereiten müssen.
  2. Wählen Sie die entsprechende TP-Methode gemäß den lokalen Gesetzen aus.
  3. Analyse der ausgeführten Funktionen, involvierten Risiken und genutzten Vermögenswerte zur Erstellung einer funktionalen Analyse.
  4. Durchführung einer Benchmark-Analyse.
  5. Bereiten Sie die Verrechnungspreis-Benachrichtigung / Bericht und Verrechnungspreis -Dokumentation vor.

Es ist zu berücksichtigen, dass die Erstellung der Verrechnungspreis-Dokumentation ein zeitaufwendiges Verfahren ist. Deshalb ist es wichtig zu bestimmen, ob zusätzliches Personal eingestellt oder der Prozess an externe Berater ausgelagert werden soll. Die Vorbereitung für die Umsetzung der Verrechnungspreis -Politik sollte jedoch zeitnah beginnen, um die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen.

Bitte beachten Sie: Aufgrund länderspezifischer Unterschiede im Verrechnungspreisgesetz können sich die in den oben genannten Ländern angewandten Verrechnungspreis-Methoden erheblich unterscheiden.

Wie wir Sie unterstützen können

Die SCHNEIDER GROUP verfügt über ein Team von Wirtschaftsprüfern und Steuerexperten mit langjähriger Erfahrung in den Bereichen Rechnungswesen und Steuern in unseren Büros in Russland, Ukraine, Polen, Kasachstan und Weißrussland, die Ihnen gerne für Folgendes zur Verfügung stehen:

  • Eine Analyse Ihrer Transaktionen, die möglicherweise der Verrechnungspreis-Kontrolle unterliegen;
  • Eine Benchmark-Studie zur Überprüfung, ob Ihre betriebsinternen Preise mit dem Grundsatz der „arm’s length“ übereinstimmen;
  • Vorbereitung der Verrechnungspreis-Dokumentation für Ihre kontrollierten Transaktionen;
  • Vorbereitung der Meldungen über kontrollierte Transaktionen an die Steuerbehörden;
  • Unterstützung Ihres Teams bei der Erstellung von Verrechnungspreis -Dokumentationen und Benachrichtigungen.
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