Was Sie bei einer Kontoeröffnung in Russland beachten sollten

Ein wichtiger Schritt, um auf dem russischen Markt aktiv zu werden, ist die Kontoeröffnung in Russland. Während sie für natürliche Personen relativ unkompliziert abläuft, ist sie für juristische Personen im internationalen Vergleich sehr aufwändig, mit einer Vielzahl von Anforderungen, die beachtet werden müssen.

Zum einen müssen bestimmte Angaben über die Gründergesellschaft gemacht werden, insbesondere zur Eigentümerstruktur. So verlangt die russische Zentralbank, dass die wirtschaftlich Berechtigten  des Gesellschafters offengelegt werden, soweit ihr Gesellschaftsanteil 25% übersteigt. Die meisten Banken fordern außerdem Angaben zur Gesellschaftsgruppe. Teils sind Angaben zum geplanten Umsatz der neuen russischen juristischen Person erforderlich, teils Angaben zum Umsatz der Unternehmensgruppe aus den zwei vorangegangen Geschäftsjahren.

Zum anderen ist zu berücksichtigen, dass es einige international tätige Banken für eine Kontoeröffnung in Russland voraussetzen, dass bei der gleichen Bankengruppe bereits ein Konto der Muttergesellschaft geführt wird. Manche Banken weigern sich zudem, Konten für Kunden zu eröffnen, deren Umsatz einen gewissen Mindestumsatz nicht erreicht.

Kompliziert und häufigen Änderungen unterworfen sind die gesetzlichen Regelungen über die Zeichnungsberechtigung. Festgelegt wird die Zeichnungsberechtigung durch eine Unterschriftskarte. Diese wird entweder bei der Bank erstellt oder bei einem Notar, wobei bei der Erstellung im Ausland eine notarielle Beglaubigung und eine Apostille nötig sind. Die Zeichnungsberechtigung kann dem Generaldirektor und weiteren Mitarbeitern der neuen Gesellschaft erteilt werden. Den Mitarbeitern der Muttergesellschaft hingegen kann sie im Fall einer OOO (GmbH) grundsätzlich nicht gewährt werden. Lediglich bei einer Filiale oder Repräsentanz können Mitarbeiter des Haupthauses auf der Unterschriftenkarte eingetragen werden. Für das Online-Banking besteht jedoch auch bei einer OOO die Möglichkeit eine weitere Freigabeebene einzurichten. In einem solchen Fall muss neben der Person, die auf der Unterschriftskarte eingetragen ist, eine weitere Person die Zahlung freigeben, bevor sie von der Bank ausgeführt wird. Diese weitere Freigabeberechtigung (sog. „elektronische dritte Unterschrift“) kann regelmäßig auch Mitarbeitern der Muttergesellschaft eingeräumt werden.

Angesichts der Komplexität des Verfahrens gewährleistet eine professionelle Beratung eine reibungslose Kontoeröffnung in Russland, die ihrerseits eine der Grundvoraussetzungen für einen erfolgreichen Geschäftsaufbau in Russland ist.

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Alex Stolarsky
Partner, Rechtsanwalt, Legal & Compliance, Moscow
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